Allergomio goes Konditormeister Jörg Hecker

Letzten Sonntag hatte ich ein Backerlebnis der besonderen Art. Ich würde sagen Glutenfreies Backen auf höchstem Niveau, und Jörg Hecker hat mir gezeigt, wie’s geht. Aber erstmal der Reihe nach.

Das erste Mal habe ich Jörg Hecker live im Gasthaus Bischenberg beim Glutenfreien Backen und Brunchen im März erlebt. https://allergomio.com/2018/03/07/allergomio-goes-schwarzwald-glutenfreies-backen-und-brunchen/ Damals war ich schon begeistert, was er so alles mit einem glutenfreien Teig anstellt und vor allem was er daraus zaubert. Um einen Eindruck davon zu gewinnen, könnt Ihr gerne mal auf seiner Facebook-Seite vorbeischauen. Hier postet er in seiner Gruppe „Glutenfreies Backen mit Konditormeister Jörg Hecker“ geniale Rezepte. Ich habe mir wirklich überlegt, wie man ihn kurz , aber treffend beschreiben kann. Denn „DER Experte für glutenfreies Backen“ ist zwar absolut richtig, aber es ist mir irgendwie zu kurz und zu langweilig. Vielleicht eher (er ist nämlich Fußballfan): Jörg Hecker spielt in der Champions League und ist dort uneinholbar Torschützenkönig! Ja, das kommt hin!

Als bei mir eines Abends das Telefon klingelte, habe ich mich, glaube ich, ziemlich ähnlich gefühlt wie Jogi’s Jungs, wenn er ihnen sagt, dass sie mit zur WM dürfen. Jörg Hecker hatte mich zum privaten Backtag bei sich zu Hause eingeladen und ich durfte mir sogar aussuchen, was ich gerne backen möchte. Also wo fange ich denn da an und wo höre ich da auf? Brötchen, Kuchen, seinen Quark-Öl-Teig, Brot und was gibt es nicht noch alles? Und dann hat er bestimmt noch ganz andere Ideen. Puh! Jedenfalls war ich für alle Kunstwerke bereit!

Und dann ging’s los, für meinen Mann, den ich als Fotograf engagiert hatte, und mich, zum „Auswärtsspiel“ vom Schwaben- ins Badner Land. Ich kann schonmal eines sagen, durch den herzlichen Empfang von Jörg Hecker und seiner Frau Sonja fühlten wir uns gleich wie zu Hause. Auf dem „Spiel-“ bzw. Backplan stand für heute: Bauernbrot, Apfel-/Kirschkuchen und Apfeltaschen. Klingt lecker, oder?

Auf das Bauernbrot war ich mal richtig gespannt, denn ein Bauernbrot muss für mich eine knackige Kruste haben und innen locker und fluffig sein. Das sind schonmal Vorstellungen, die sich mit einem glutenfreien Brot nicht ganz so einfach umsetzen lassen. „Das Brot kannst Du dann noch die nächsten 3 – 4 Tage essen.“ Waaaas? Bei einem glutenfreien Brot geradezu unmöglich! Da wird’s ja am zweiten Tag schon schwierig und wenn, dann nur aufgetoastet. Aber den Satz habe ich mir gemerkt, denn das wollte ich definitiv testen.

Gleich in den ersten Minuten war klar, mein „Trainer“ versteht sein Handwerk zu tausend Prozent. Die „Taktik“ war genau durchdacht. In der Schüssel wurde soz. ein Damm gebaut. Auf die eine Seite kam dies, auf die andere das.

Übrigens alles ohne „Taktiktafel“ oder Rezept. Und in der Zwischenzeit bekam ich noch wertvolle Tipps wie z. B. das oberste Gebot : Zeit lassen! Also beim Rühren den Teig nicht auf höchster Stufe „tot schlagen“ und den Teig gehen lassen, gehen lassen und nochmal gehen lassen. Ist garnicht so einfach, denn man ist ja immer soooo gespannt auf das Ergebnis und das möchte man doch am liebsten sofort haben. Aber ja ich weiß, ein Spiel dauert 90 Minuten und da werden auch keine Ausnahmen gemacht.

 

Also Halbzeitpause nutzen und dem Brot Ruhe gönnen. Schon jetzt fühlte sich der Teig außen fester und innen locker an. Also, das könnte glatt etwas werden.

In der zweiten Halbzeit standen ganz klar der Apfel-/Kirschkuchen und die Apfeltaschen im Vordergrund. Das hieß Quark-Öl-Teig! Und davon bin ich totaler Fan, weil er einfach so vielseitig ist und sich nach dem Rühren (also noch vor dem Gehen lassen) bereits fluffig anfühlt (zumindest wenn man die Anweisungen des „Trainers“ genau befolgt : -) ). Und trotzdem hier auch wieder: in Ruhe gehen lassen. Und genau dann lässt er sich nämlich wunderbar ausrollen, sowohl für eine Kuchenform als auch für die Apfeltaschen.

Die Apfeltaschen wurden mit einer Apfel-Haselnuss-Mischung gefüllt. Es machte riesigen Spaß, die Teilchen für den Backofen vorzubereiten, aber ganz ehrlich, ich war auch ein bisschen nervös. Wer will denn schon einen Elfmeter verschießen? Ich meine, Teig super, Füllung perfekt, jetzt darf mir beim Formen und Verschließen der Taschen nichts mehr passieren.

Für den Apfel-/Kirschkuchen ließ sich Jörg Hecker noch eine Florentiner-Masse einfallen. Die hat er mal eben so „aus dem Handgelenk geschüttelt“.

Als „Kreisligaspieler“ kommt man da halt einfach nicht drauf, aber in der Champions League ist das wohl eine der leichtesten Übungen 🙂 .

Übrigens kann ich Euch sagen, dass hier wirklich jeder Handgriff saß, denn wir mussten nicht in die Verlängerung. In gerade mal 90 Minuten waren zwei Bauernbrote, neun Apfeltaschen und ein Apfel-/Kirschkuchen auf dem Backblech gelandet. Also ich würde mal schätzen, ich hätte da alleine die dreifache Zeit benötigt. Und zwischendurch war sogar noch Zeit für sog. Hecker-Hacks, also Tricks und Handgriffe des Experten.

So, und jetzt interessiert Euch sicher noch das Ergebnis unseres Auswärtsspiels. Ich würde sagen, die Taktik des Trainers ist voll aufgegangen und es war ein Sieg auf ganzer Linie. Der Kuchen und die Apfeltaschen, wir haben sie noch lauwarm gegessen… ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich noch nie etwas Leckereres, Glutenfreies gegessen habe. Ich fühlte mich etwas an meine glutenhaltige Zeit zurückerinnert, als ich einfach noch zum Bäcker gehen und ein süßes Teilchen essen konnte. Da ist mir erst aufgefallen, dass ich diesen Geschmack schon total vergessen hatte.

Und jetzt zum Brot. Ich hoffe, es kommt auf den Bildern so rüber wie es wirklich war. Nämlich unglaublich! Knusprig, fluffig, körnig, ach ich weiß nicht was noch alles… Wirklich, ich hätte das vorher nicht geglaubt!

Kraftraubende 90 Minuten erfordern Relaxen und Auffüllen der Energiespeicher. Das kann man wunderbar im Gasthof Krone Mimi & Me in Eggenstein-Leopoldshafen.

Glutenfreie Speisen sind dort nichts Außergewöhnliches. Aber nicht nur das. Von Maultaschen über Burger, Kängurufilet bis hin zu einer fantastischen Auswahl an Dessert, man kann sich irgendwie garnicht entscheiden. Sam, der Inhaber, ist Australier, kocht mit sehr viel Liebe und das schmeckt man auch. Er und seine Frau Mimi zaubern eine so gemütliche Atmosphäre, dass man sich einfach heimisch fühlt. Kommt doch mal vorbei, wenn Ihr in der Nähe seid oder schaut mal auf deren Homepage. Eine ganz klare Weiterempfehlung!

Dass ich Jörg Hecker weiterempfehle, muss ich hier, glaube ich, nicht extra erwähnen. Besucht einfach mal selbst einen seiner Backkurse. In seiner Facebook-Gruppe postet er immer wieder, was er vorhat und wo man ihn findet. Für mich war dieser Tag nicht irgendein Backkurs. Wie ich schon anfangs geschrieben habe, war er ein Erlebnis. Die wertvollen Tipps, die ich hier bekommen habe, sind fest eingespeichert und werden ganz sicher umgesetzt.

Ach ja, und eine Antwort bin ich Euch noch schuldig. Ich habe tatsächlich die letzten Scheiben des Bauernbrotes 4 Tage später gegessen. Und es hat auch hier noch super lecker geschmeckt. Also, die „Nachspielzeit“ war genauso aufregend und erfolgreich wie das gesamte „Auswärtsspiel“.

Eure Meli

@Jörg und Sonja Tausend Dank für alles!

9 Gedanken zu “Allergomio goes Konditormeister Jörg Hecker

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